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Schritt für Schritt Anleitung zur eigenen Nextcloud mit Linux-Ubuntu als Container (LXC) auf einem Proxmoxserver mit Zugriff von außen über das Internet und die Installation eines SSL-Zertifikats (Anleitung Komplett auf Deutsch)

Die Schritt für Schitt Anleitung für die Installation von Nextcloud unter Linux Ubuntu setzt einen Proxmox-Server vorraus. Für alle diejenigen die keinen Proxmox-Server installiert haben oder keinen installieren möchten – sondern Nextcloud lieber direkt auf eine Linux-Distribution installieren möchten, ohne den Hypervisor Proxmox oder die Verwendung eines Linux-Containers, können direkt bei Schritt 4. dieser Anleitung für die Installation von Nextcloud einsteigen.

Den Open-Source Hypervisor – Proxmox Virtual Enviroment erhalten Sie in der aktuellsten Version auf der Webseite von Proxmox. Unsere Anleitung für die Installation von Nextcloud auf Proxmox wird mit einem Linux-Container (LXC) unter Proxmox mit einem Linux-Ubuntu-Distribution realisiert.

Folgen Sie dieser einfachen Schritt für Schritt Anleitung für die Installation von Nextcloud auf einem Proxmox-Server. Anfängliche Erfahrungen mit Linux werden nicht vorrausgesetzt  – sind aber empfohlen. Es wurde versucht, bei dem Nextcloud-Guide eine relativ einfache Sprache zu verwenden mit sehr vielen Screenshots und kurzen Erläuterungen, was gegenwertig erledigt wird. Mit dieser Nextcloud-Installations-Anleitung klappt’s bestimmt.

Inhaltsverzeichnis

nextcloud anleitung deutsch

1. Schritt: Vorbereitung eines Linux-Containers unter Proxmox

Verbinden Sie sich mit dem Webinterface ihres Proxmox-Server und wählen Sie den gewünschten Knoten aus. Die Grafik begleitet Sie bei der Installation eines LXC (Linux Container) unter Proxmox.

Linux-Container unter Proxmox installieren

Wählen Sie den Storage: local (Knotenname) aus und klicken Sie anschließend auf Inhalt in der Navigation.

Storage unter Proxmox bereitstellen

Oberhalb im Menü den Punkt Templates auswählen und die aktuellste Linux Ubuntu Distribution (Stable) herunterladen.

Linux Ubuntu lxc proxmox

Linux Ubuntu für den Linux-Container wird jetzt heruntergeladen. Bitte haben Sie etwas Geduld, bis der Download erfolgreich abgeschlossen wurde. Innerhalb dieses Containers installieren Sie später die Nextcloud.

Linux Ubuntu Download als Container für Nextcloud und Proxmox

2. Schritt: Einen Linux-Container (LXC) unter Proxmox mit dem Template für Linux-Ubuntu installieren

Mit dem vorher heruntergeladenen Template von Linux-Ubuntu wird jetzt ein Container (LXC) unter Proxmox erstellt. Dafür klicken Sie auf den oberen, blauen Button – Erstelle CT und folgen den weiteren Anleitungen.

Erstelle Container LXC

Die Erstellung eines LXC-Container unter Proxmox erfolgt in nur wenigen Schritte und beginnt damit, im Abschnitt Allgemein den Hostnamen: nextcloud und ein Kennwort zu vergeben. Wählen Sie ein sicheres Kennwort und notieren Sie sich dieses. Später wird das Kennwort für den SSH-Zugang verwendet werden. Die CT-ID kann in der Regel unverändert bleiben.

nextcloud auf proxmox mit linux

Im Abschnitt von Template wird das bereits heruntergeladene Template von Linux-Ubuntu ausgewählt und mit Vorwärts bestätigt.

Ubuntu Template Proxmox

Im Abschnitt Root-Disk wird Speicherplatz für das Betriebssystem innerhalb des Linux-Containers und für die Nextcloud in GiB angelegt. Je nach verfügbaren Speicherplatz reichen 6 bis 12 GiB für die Disk-Größe aus. Der Speicher ist nur für das Betriebssystem und nicht für den späteren Cloud-Speicherplatz gedacht. Dafür wird dann gesondert – größere Mengen Speicher angelegt.

 

Festplatte unter Proxmox für den Container erstellen

Der Abschnitt CPU ist leicht verständlich. Nextcloud kommt mit 2-Kerne sehr gut zurecht. Wenn Sie mögen oder großes Planen, dürfen es auch gerne mehr Kerne werden.

Prozessorkerne für Nextcloud zuweisen

Zuweisung des Arbeitsspeichers für den LXC-Container unter Proxmox – Für kleine Heimanwendungen reichen 4-8GB in der Regel aus. Wer später weitere Applikationen integrieren möchte, kann auch mehr Arbeitsspeicher zuweisen. Große Nextcloud-Server können sehr Arbeitsspeicherhungrig sein. Möchten Sie auf Ihrer Nextcloud die beliebten Applikationen Talk, Onlyoffice und weitere Webanwendungen verwenden, sollten Sie den Arbeitsspeicher ruhig großzügig auswählen.

Nextcloud den Arbeitsspeicher zuweisen

Die Konfiguration der Netzwerkeinstellungen – Ändern Sie die IPv4-Adresse auf statisch und geben Sie eine freie IPv4-Adresse aus Ihren verfügbaren Adressbereich ein. Vergessen Sie die Subnetmask /24 hinter der IP-Adresse nicht. Je nach größe des Netzwerks kann die Subnetmask abweichen. Für die allermeisten wird eine /24 (255.255.255.0) die richtige Wahl sein. Unter Gateway wird die IP-Adresse Ihres Routers eingetragen. IPv6 kann auf dynamisch, also auf vom DHCP beziehen – bleiben.

Netzwerkkonfiguration für einen LXC unter Proxmox

Die DNS Konfiguration muss nicht verändert werden. Ausnahme nur wenn ein anderer DNS-Server als der Router erwünscht ist. Bei den meisten wird das nicht der Fall sein.

Am Ende der Container-Erstellung für Ihre neue Nextcloud, werden alle Einstellungen noch einmal aufgelistet. Mit Abschließen bestätigen.

Abschließende Konfiguration für die Erstellung eines LXC für die Nextcloud Installation

Überprüfen Sie, ob der frisch erstellte Linux-Container für Ihre Nextcloud-Installation – dem Knoten hinzugefügt worden ist und auf der linken Seite angezeigt wird.

Linux LXC auf dem Knoten unter Proxmox

Für die Aktivierung von wichtigen Features, wird der Container ausgewählt und mit einem Klick auf Option – gefolgt von einem Doppelklick auf Features werden die Features: Keyctl und Nesting aktiviert. Bestätigen Sie die Eingabe mit dem OK-Button.

2020-05-02 11_54_01-Next Cloud auf Proxmox mit LXC installieren.docx - Word
LXC Features für Nextcloud aktivieren

Jetzt kann der Container unter Proxmox gestartet werden. Mit einem Rechtsklick auf den Container – Start auswählen.

Nextcloud auf Proxmox installieren und LXC starten

Schritt 3. SSH-Zugriff auf den Linux-Container unter Proxmox aktivieren

Damit Sie mit der eigentlichen Nextcloud-Installation auf dem Linux-Ubuntu beginnen können, benötigen Sie noch einen SSH-Zugriff. Für spätere Wartungen, Updates und weitere Installation wird ein Zugriff mit SSH zwingend empfohlen. Wählen Sie den Knoten aus und klicken Sie auf die Shell (Proxmox-Shell) im oberen – rechten Bereich des Proxmox-Userinterface.

Proxmoxshell SSH für Nextcloud aktivieren

In der Proxmox-Shell muss der Container nun an den Host angeknüpft werden, hier muss die ID des Containers mit der Eingabe in der Shell übereinstimmen. Im Beispiel hat unser Container die ID 102. Ihre ID kann von abweichen. Überprüfen Sie die Zahl, die links unterhalb Ihres Proxmox-Knoten für (nextcloud) angezeigt wird.

Eingabe in die Shell (Bitte geben Sie die ID von Ihren Container an und ersetzen Sie die 102 gegebenfalls):

# lxc-attach –name 102

Die Proxmox-Shell kann nun wieder geschlossen werden. Klicken Sie unter dem Knoten auf Ihren Linux-Container (nextcloud) und wählen Sie im Menü >_Konsole aus.

konsole für die aktivierung von ssh zugang für nextcloud

Jetzt aktivieren Sie den SSH-Zugriff von Ihren Nextcloud-Server. Dazu verwenden Sie – wie Ihnen die Anleitung zeigt, den beliebten Nano-Editor unter Linux. Geben Sie in die Konsole ein:

# nano /etc/ssh/sshd_config

Navigieren Sie, wie die Grafik zeigt, bis in die Zeile #PermitRootLogin prohibit-password und entfernen Sie die Kommentierung. In der Zeile soll nur noch PermitRootLogin yes stehen.

SSH Zugriff von außen erlauben bei ubuntu

Mit der Tastenkombination STRG + O werden die Änderungen gespeichert und der Nano-Editor wird mit STRG + X wieder verlassen. Anschließend starten Sie den SSH-Service einmal neu, damit die Änderungen auch wirksam werden. Geben Sie in die Console den folgenden Befehl ein:

# service ssh restart

Das Browserfenster kann ab jetzt geschlossen werden. Der Container ist nun fertig eingerichtet und der SSH-Zugang wurde von Ihnen erfolgreich aktiviert. Sie haben jetzt einen Linux-Container unter Proxmox mit der Linux-Ubuntu-Distribution installiert – einen SSH-Zugang eingerichtet und Sie sind Ihrer eigenen Nextcloud sehr viel näher gekommen. Weiter geht’s im nächsten Schritt.

Schritt 4. Speicher für die Nextcloud bereitstellen

Sie benötigen einen SSH-Client wie PuTTY oder die Windows Powershell. Öffnen Sie dazu die Windows Powershell und geben Sie den Befehl: ssh gefolgt von der IP-Adresse des Linux-Containers ein und schicken Sie den Befehl mit Enter ab. Anschließend werden Sie nach dem Passwort gefragt, welches Sie während der LXC-Erstellung für den Container eingegen haben. Bei der Verwendung von PuTTY bauen Sie einfach eine Session über die IP-Adresse und dem Passwort auf.

PuTTY ssh session aufbauen

Nach erfolgreicher Anmeldung über den SSH-Client PuTTY oder der Windows-Powershell sind Sie am Terminal Ihres Containers angemeldet und können mit dem nächsten Schritt fortfahren. Jetzt erschaffen Sie Speicherplatz für die Cloud.

Speicher für die Nextcloud installieren anleitung

Damit die installierte Nextcloud später ausreichend Speicher zur Verfügung hat, wird ein Verzeichnis angelegt und ein Mount-Point erstellt. Geben Sie die folgenden Befehle in das Terminal ein:

# mkdir /mnt/hdd

# shutdown -h now

Begeben Sie sich nun wieder in das Web-Userinterface von Proxmox über die IP-Adresse Ihres Proxmoxserver und klicken Sie anschließend auf Ihren Linux-Container für die Nextcloud. Wählen Sie unter den Punkt Ressourcen -> Hinzufügen die Option Moint Point aus. (Siehe Grafik)

Moint Point für die Nextcloud erstellen

Geben Sie nun die gewünschte Disk-Größe ein und wählen Sie den zuvor erstellen Pfad – /mnt/hdd aus und bestätigen Sie die Erstellung des Mount-Points mit den Erstellen-Button.

Moint Point Speicherzuweisung für Linux und Nextcloud

Starten Sie den Container für die Nextcloud wieder in dem Proxmox-Userinterface.

Container unter Proxmox starten

Verbinden Sie sich wieder über SSH mit dem Container und überprüfen Sie ob die neue Disk nun im Filesystem von Linux implementiert ist:

# df -h

prüfen ob die nextcloud disk vorhanden ist

Schritt 5. Nextcloud Abhängigkeiten installieren

Beginnen Sie damit – die Paketquellen von dem Server zu aktualisieren:

# apt-get update

Es folgt die Installation eines Lamp-Stacks für die Ressourcen die von der Nextcloud und vom Webserver benötigt werden:

# apt install lamp-server^

Während der Installation müssen einige Fragen von Lamp-Server mit “Ja” beantwortet werden. Folgen Sie einfach den Anweisungen im Terminal.

Es werden noch einige PHP-Module für den Betrieb benötigt. Diese werden wie mit einer Befehlskette installiert:

# apt install php-zip php-dompdf php-xml php-mbstring php-gd php-curl php-imagick php-intl unzip

Anschließend muss noch die Datei PHP-ini konfiguriert werden. Dazu verwenden Sie wieder den beliebten Nano-Editor:

# nano/etc/php/7.2/apache2/php.ini

Die php.ini ist eine sehr große Datei in der Sie einige Zeilen konfigurieren müssen. Verwenden Sie die Suche mit der Tastenkombination STRG + W und suchen Sie einfach nach den Zeilen, die verändert werden müssen.

Änderungen für Nextcloud in der php.ini datei

Ändern Sie folgende Werte innerhalb der php.ini-Datei:

memory_limit = 3072M

upload_max_filesize = 100G

post_max_size = 100G

date.timezone = Europe/Berlin

file_uploads = On

allow_url_fopen = On

display_errors = Off

Mit STRG + O die Änderungen speichern und den Nano-Editor mit STRG + X wieder verlassen.

Jetzt wird noch eine SQL-Datenbank für die Nextcloud benötigt. Das erledigen Sie mit dem Befehl:

# mysql_secure_installation

Während der Installation wird nach der Valiierung eines Passwortes gefragt. Macht jedoch keinen Sinn weil im Anschluss dieser Installation direkt eins vergeben wird. Deshalb wählen Sie vorerst “No” aus.

Nach der Installation wird ein Passwort vergeben und der Standart-Benutzer “anonymous users” entfernt. Mit einem “Y” bestätigen.

Passwort für die SQL Datenbank vergeben

Weitere Eingaben während der Installation für die Entfernung der Testdatenbank und die Deaktivierung von Remote-Logins auf die SQL-Datenbank:

Disallow root login remotely: Y

Remove test database and access to it?: Y

Reload privilege tables now?: Y

Die SQL-Datenbank wurde erfolgreich installiert. Nun wird die Datenbank für die Nextcloud angelegt und ein User für die Nextcloud erstellt. Geben Sie unter IDENTIFIED BY unbedingt ein sicheres Passwort ein. Dafür geben Sie folgende Befehle ein:

# mysql

CREATE DATABASE nextcloud;

CREATE USER ‘nextcloud’@’localhost’ IDENTIFIED BY ‘einsicherespasswort‘;

GRANT ALL ON nextcloud.* TO ‘nextclouduser’@’localhost’ IDENTIFIED BY ‘einsicherespasswort‘ WITH GRANT OPTION;

FLUSH PRIVILEGES;

EXIT;

Der Server ist jetzt für die Installation von Nextcloud vorbereitet. Im Nächsten Schritt wird der Webserver und die Nextcloud installiert.

Schritt 6. Nextcloud Installation

Laden Sie jetzt die aktuellste (latest) Version von Nextcloud herunter:

# cd /tmp && wget https://download.nextcloud.com/server/releases

Nach erfolgreichen Download wird die Datei entpackt und in das /www-Verzeichnis verschoben:

# unzip latest.zip

# mv nextcloud /var/www

Jetzt kann die Nextcloud-Konfigurationsdatei erstellt werden. Kopieren Sie dazu folgende Zeilen und fügen Sie diese in die Datei ein, die Sie wie folgt erstellen:

# nano /etc/apache2/sites-available/nextcloud.conf

Kopieren Sie diesen Inhalt und fügen Sie diesen mit dem Nano-Editor in die nextcloud.conf.

Nextcloud Konfigurationsdatei

Speichern Sie die Änderungen mit STRG + O und verlassen Sie den Editor wieder mit STRG + X.

Es folgen einige Module – Die für den Betrieb von Nextcloud notwendig sind, geben Sie dazu in Ihren Terminal folgende Zeilen ein:

# a2ensite nextcloud.conf

# a2enmod rewrite

# a2enmod headers

# a2enmod env

# a2enmod dir

# a2enmod mime

 

Um alle Änderungen wirksam zu machen, muss der Webserver jetzt neugestartet werden:

# systemctl restart apache2.service

Jetzt werden Berechtigungen vergeben – die für den reibungslosen Betrieb der Nextcloud notwendig sind:

# chown -R www-data:www-data /mnt/hdd

# chown -R www-data:www-data /var/www/nextcloud

# chmod -R 755 /var/www/nextcloud

Nachdem Sie die Berechtigungen für die Verzeichnisse eingerichtet haben, wird noch der avahi-daemon für die Netzwerksichtbarkeit benötigt:

#apt-get install avahi-daemon

 

Damit der Zugriff über das Netzwerk auf die Nextcloud funktioniert, erfolgen jetzt Einträge in die Host-Datei:

# nano /etc/hosts

Ergänzen Sie die Datei um einen weiteren Eintrag unterhalb “127.0.0.1      localhost” und fügen Sie “127.0.0.1     nextcloud.local” der Hostdatei hinzu. Beenden Sie den Nano-Editor mit STRG + O um die Änderungen zu speichern und STRG + X um den Nano-Editor wieder zu verlassen.

Nextcloud Hostdatei anpassen

Versuchen Sie jetzt von einem Client im Netzwerk die IP-Adresse Ihres Nextcloud-Servers oder die lokale Domain: http://nextcloud.local zu erreichen. Wenn alles funktioniert hat, sollte das Nextcloud Installationsmenü in Ihrem Browser angezeigt werden.

Nextcloud-Anmeldung

Erstellen Sie ein Administratoren-Konto und geben Sie bei dem Datenverzeichnis den Pfad /mnt/hdd ein. Geben Sie Ihre SQL-Zugangsdaten ein, die Sie während der SQL-Datenbank-Installation angelegt haben – Sie erinnern sich?  ‘dassicherepasswort’. Schließen Sie die Installation ab und wählen Sie bei Bedarf noch Apps wie Talk oder ONLYOFFICE aus.

Herzlichen Glückwunsch – Ihre Nextcloud-Installation ist erfolgreich abgeschlossen. Möchten Sie die Nextcloud noch aus dem Internet von außen erreichbar machen? Gerne erkläre ich Ihnen wie Sie die Nextcloud so konfigurieren, das Zugriffe auch von außen über das Internet möglich sind.

Schritt 7. Nextcloud über das Internet erreichbar machen (DynDNS)

Geben Sie im Browser die IP-Adresse Ihres Routers (Gateway) ein und Login Sie sich mit Ihren gewohnten Zugangsdaten ein. Bei der Fritz!Box stehen diese häufig auf einen Aufkleber auf der Unterseite Ihres Routers. Begeben Sie sich in der linken Navigation auf den Reiter Internet und wählen Sie dort die Freigaben aus. Geben Sie unter “Neue Freigabe” die IP-Adresse Ihrers Nextcloudservers ein und erlauben Sie die Portfreigabe für Port: 80 und den Port: 443.

Falls keine statische IP-Adresse vorhanden ist, was bei fast allen der Fall sein wird – kann ein kostenloser DynDNS-Service Abhilfe schaffen. Ich selbst nutze den kostenlosen Dienst von DynDNS-Service und habe auch über viele Jahre hinweg nur positive Erfahrungen bezüglich der Zuverlässigkeit gemacht. Andere nutzen lieber den Service von Duckdns. Beide Dienste sind komplett kostenlos und für diesen Zweck perfekt geeignet.

DynDNS damit die Nextcloud von außen über das Internet erreichbar ist

Nach erfolgreicher Registrierung und Login erhalten Sie in dem Webinterface von DynDNS einige Attribute bezüglich Ihrer Zugangskennung. Diese werden in der Fritz!Box unter dem Menüpunkt Freigaben -> DynDNS eingepflegt. Pflegen Sie die Daten: Update-URL, Domainname, Benutzername und Kennwort von der DynDNS-Webseite in Ihren Router ein.

Überprüfen Sie jetzt, ob Sie unter Ihre domain.ddnss.de nun von außen über das Internet erreichbar sind. Wenn alles richtig Konfiguriert worden ist – sollte nun die Apache2 Ubuntu Default Page angezeigt werden.

Nextcloud zeigt nur Apache2 default Page

Es wird jetzt die Apache2 Default Page angezeigt und noch nicht Webseite Ihrer Nextcloud. Dafür müssen noch ein paar Konfigurationen angepasst werden.

Verbinden Sie sich über SSH mit Ihren Nextcloud-Server und geben Sie folgenden Befehl ein – um mit dem Nano-Editor die Hosts-Datei zu bearbeiten:

# nano /etc/hosts

Fügen Sie noch eine weitere Zeile – unterhalb der 127.0.0.1 localhost ein, die wie folgt aussehen sollte:

127.0.0.1         domain.ddnss.de (Ihre eigene DynDNS-Adresse von DynDNS oder die von DuckDNS)

Speichern Sie die Änderung mit STRG + O und verlassen Sie den Nano-Editor wieder mit STRG + X.

Öffnen Sie mit dem Nano-Editor die Config.php und ergänzen Sie das Array um folgenden Eintrag:

# nano /var/www/nextcloud/config/config.php

Sie erweitern das Array um 1=> und fügen IHRE DynDNS-Domain ein. (Siehe Grafik mit dem Beispiel: 1 => ‘ORANGE.ddnss.de’,)

nextcloud von außen mit dyndns erreichbar machen

Speichern Sie die Änderung mit STRG + O ab und verlassen Sie den Nano-Editor wieder mit STRG + X.

Schritt 8. Kostenloses SSL-Zertifikat installieren

Zum Abschluss sollte die Datenübertragung mit einem SSL-Zertifikat verschlüsselt werden. Das ist Sicherheitsrelevant und die Installation ist dabei sehr einfach:

# apt-get install python-certbot-apache

Nach der Installation öffnen Sie den frisch installierten Cerbot und Konfigurieren im Terminal folgende Eingaben (Ergänzen Sie den Inhalt mit Ihrer DynDNS-Domain und Ihrer eigenen E-Mail-Adresse):

# certbot –apache -m test@themen-blog.de -d themenblog.ddnss.de (Sie verwenden natürlich Ihre Mail und Ihre vorhandene DynDNS-Domain)

Stimmen Sie den Nutzerbedingungen während der Installation zu. Sie könnten eventuell mal ein Newsletter oder ähnliches vom Zertifikatgeber erhalten. Ein sehr geringer Preis für ein vollwertiges und kostenloses SSL-Zertifikat für Ihre Nextcloud. Wählen Sie während der Installation die Auswahl: 2 – für die Umleitung von Traffic auf HTTPS, das ist relevant für die Sicherheit.

Fertig ist die Nextcloud InstallationHerzlichen Glückwunsch, Sie dürfen sich auf die Schulter klopfen! Ihre Nextcloud sollte nun von überall auf der Welt aus erreichbar sein. Sie haben sogar noch ein SSL-Zertifikat für den verschlüsselten und sicheren Datenverkehr installiert. Bedenken Sie bitte, das Zertifikat muss alle 3-Monate erneuert werden. Sie können sich dieser Aufgabe also alle 3-Monate erneut stellen oder aber Sie lassen die Erneuerung von SSL-Zertifikaten von einem Cronjob erledigen.

Sie haben Fragen oder die Installation von Nextcloud hat nicht funktioniert?

Bitte schreiben Sie ein Kommentar unter dieser Nextcloud-Anleitung. Wir versuchen dann zeitnah zu antworten. Manchmal erhalten Sie auch von anderen Benutzern hilfreiche Antworten.

Hat Ihre Nextcloud-Installation unter Proxmox toll funktioniert?

Wenn bei Ihnen alles gut funktioniert hat, würden wir uns sehr über ein freundliches Kommentar von Ihnen freuen. Es freut uns auch sehr wenn Sie diesen Artikel auf Ihre Webseite verlinken oder diesen Beitrag über die Sozialen-Medien teilen. Wir haben sehr viel Zeit in die Anleitung für die Nextcloud Installation auf einem Proxmox-Server gesteckt.

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6 CommentsEin Kommentar verfassen

  • Hallo,

    habe gerade vesucht nach deiner Anleitung Nextcloud zu installieren. Vielen Dank erstmal für die Anleitung! Komme aber mit einem mysql Befehl nicht weiter:

    GRANT ALL ON nextcloud.* TO ‘nextclouduser’@’localhost’ IDENTIFIED BY ‘einsicherespasswort‘ WITH GRANT OPTION;

    bringt mir einen Syntaxfehler….

    Hast du eine Idee?

    • Du musst bei den CMDs wo steht einsicherespasswort gegen zwei von dir ausgewählte Passwörter austauschen die dementsprechend auch miteinander übereinstimmen müssen.

      CREATE USER ‘nextcloud’@’localhost’ IDENTIFIED BY ‘einsicherespasswort‘;
      GRANT ALL ON nextcloud.* TO ‘nextclouduser’@’localhost’ IDENTIFIED BY ‘einsicherespasswort‘ WITH GRANT OPTION;

  • Funktionierte alles direkt bei mir. Danke für die Anleitung! Meine Linux Kenntnisse sind eher auf Anfängerniveau und dennoch habe ich es hinbekommen die Nextcloud auf dem Proxmox Server zu installieren.

  • Hallo ich habe gerade versucht nach de Anleitung es zu Installieren. Ich komme aber immer nur auf die Standard Seite vom Apache und nicht auf die Installations Seite von Nextcloud
    Hast du eine Idee?

    • Hallo Michael,

      entweder ist der Nextcloud-Ordner nicht im /var/www -Verzeichnis verschoben worden oder die Hostdatei wurde von dir nicht richtig angepasst.

      Bedenke die Befehle:
      # mv nextcloud /var/www (Sicherstellen das die Nextcloud im Verzeichnis /www vorhanden ist)

      Hast du diese Config korrekt eingefügt in die nextcloud.conf? = Nextcloud Config

      Denk abschließend noch dran, mit nano /etc/hosts die Hostdatei mit der 127.0.0.1 nextcloud.local zu erweitern.

      Wenn du das alles richtig gemacht hast, solltest du nun über einen anderen Client im selben Netzwerk über den Browser mit nextcloud.local auf die Nextcloud gelangen. Sollte dies nicht funktionieren, versuche es einfach mal über die IP-Adresse des Computers.

      Liebe Grüße
      Alexander von Themen-Blog

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